Berlin muss kräftig sparen. Rund drei Milliarden Euro musste die schwarz-rote Koalition im Haushalt 2025 kürzen. Die Einsparungen betreffen verschiedene Bereiche über Verkehr, Kultur oder Tourismus. So fällt zum Beispiel das 29-Euro-Ticket wieder weg. Viele Theater, Museen und Opernhäuser müssen sich auf Kürzungen einstellen. So wird u.a. die Sanierung der Komischen Oper aufgeschoben. Auch die Berlinale, die das Land in diesem Jahr mit zwei Millionen Euro gefördert hatte, bekommt 2025 nur eine Million Euro.
Hier die Sparliste für die Theater:
08 | Zuschuss an die Hebbel-Theater Berlin GmbH | 8.993.000 € | −750.000 € | |
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08 | Zuschuss an die Friedrichstadt-Palast Betriebsgesellschaft mbH | 17.342.000 € | −1.600.000 € | |
08 | Zuschuss an die Stiftung Oper in Berlin | 169.650.000 € | −15.000.000 € | |
08 | Zuschuss an das Deutsche Theater/Kammerspiele | 29.972.000 € | −3.000.000 € | |
08 | Zuschuss an die Volksbühne | 24.336.000 € | −2.000.000 € | |
08 | Zuschuss an das Maxim Gorki Theater | 18.987.000 € | −1.000.000 € | |
08 | Zuschuss an das Theater an der Parkaue | 9.115.000 € | −800.000 € | |
08 | Zuschuss an das Konzerthaus Berlin | 23.812.000 € | −1.800.000 € | |
08 | Zuschuss an die Stiftung Berliner Philharmoniker | 22.400.000 € | −2.000.000 € | |
08 | Zuschüsse zur Unterstützung der Berliner Wirtschaft in Notlagen | 10.000.000 € | −10.000.000 € | |
08 | Zuschuss an die Kulturprojekte Berlin GmbH | 6.746.000 € | −1.000.000 € | |
08 | Zuschuss an die Schaubühne | 23.006.000 € | −1.800.000 € | |
08 | Zuschüsse an sonstige Privattheater | 16.718.000 € | TA 9 Sophiensaele: -12.500 -74.000 TA 16: Evaluierung: -61.500 | |
08 | Zuschuss an das Grips-Theater | 4.327.000 € | −300.000 € | |
08 | Zuschuss an die Berliner Ensemble GmbH | 20.078.000 € | −1.750.000 € | |
08 | Zuschuss an Sasha Waltz and Guests | 2.785.000 € | −200.000 € | |
08 | Sonstige Zuschüsse an Bühnen und Tanz | 2.190.000 € | TA 1: Zeitgenössischer Tanz e. V.: -350.000 -520.000 TA 2: Sonstige Maßnahmen im Bereich Tanz: -170.000 | |
08 | Zuschüsse für Kulturaustausch | 306.000 € | −306.000 € |
Berlin: Keine Kürzungen am Doppelhaushalt 26/27
Die erwarteten weiteren Einsparungen, die nach den massiven Kürzungen von diesem Jahr auch die Kultur in der Hauptstadt erneut stark betroffen hätten, würden damit nicht eintreten. „Der Haushalt wird aufgestockt, um dringend notwendige Investitionen in Infrastruktur zu leisten und um zusätzliche Belastungen für die Berlinerinnen und Berliner zu verhindern“, so CDU-Fraktionschef Dirk Stettner.
Im Raum steht, dass das Land Berlin pro Jahr zwei Milliarden Euro neue Schulden für den Haushalt aufnehmen wird, ermöglicht unter anderem durch die Lockerung der Schuldenbremse. Weiteres Geld solle zudem aus dem Bundesprogramm „Zukunftsinvestitionen“ nach Berlin fließen. Darüber hinaus hätten die aktuellen Sparmaßnahmen bereits konsolidierende Wirkung gezeigt, heißt es laut rbb aus der SPD-Fraktion.
Absehbar sollen alle Berliner Senatsverwaltungen nun mehr Geld erhalten, als in den Eckwerten vom Februar beschlossen worden war. Der „ganz große Spardruck“ sei „erstmal einmal vom Tisch“, so der rbb.
Für 2025 wurde der Kulturhaushalt um 130 Millionen Euro gekürzt. Statt erwarteten 160 Millionen Euro, die 2026 gekürzt werden sollten, wird der Kulturhaushalt nun „nur“ um weitere 110 Millionen Euro reduziert. Nach Informationen des rbb soll er 2026 rund 981 Millionen Euro und 2027 etwa 999 Millionen Euro betragen.
Die Summe der Einsparungen solle „in enger Abstimmung mit den Kulturakteuren“ gerechter auf die einzelnen Häuser und Initiativen aufgeteilt werden als bisher, so Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson, Theaterschließungen werde es „auf jeden Fall nicht geben“.
Von den neuen Kürzungen betroffen seien eher große Bühnen wie das Deutsche Theater (mit drei Prozent). Vulnerable Einrichtungen wie die Kinder- und Jugendtheater würden mit höchstens 1,5 Prozent belastet. Der Senat zahle die Tarifsteigerungen. Und die Fördertöpfe für die Freie Szene würden nicht weiter angetastet.
Außerdem wird ein mit 40 Millionen Euro ausgestatteter „Transformationsfonds“ eingerichtet, um u.a. die Entwicklung eines gemeinsamen Ticketingsystems der Berliner Bühnen zu finanzieren. Bühnen und Museen bekommen ein gemeinsames Depot.
„Die Werkstätten der Theater bleiben unabhängig“, so der Tagesspiegel. Von einer Privatisierung oder Zusammenlegung der landeseigenen Theater sei keine Rede (mehr). „Die Gründung einer neuen Stiftung ist in nächster Zeit nicht vorgesehen.“
Das Berliner Abgeordnetenhaus beschäftigt sich nach der Sommerpause mit den Zahlen, verabschiedet wird der Doppelhaushalt Ende des Jahres – und 2026 wird in Berlin neu gewählt, was die Prognose für 2027 unsicher macht.
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