Innovatives Kooperationshaus für die freien darstellenden Künste entsteht

Im Depot in Köln-Mülheim, der derzeitigen Interimsspielstätte des Schauspiel Köln, entsteht ein innovatives Kooperationshaus für verschiedene darstellende Künste. Die beiden Spielstätten des Depots erhalten dabei unterschiedliche Profile:

Das Depot 1 wird ab Sommer an den Musicalanbieter apiro Entertainment vermietet und präsentiert ab November regelmäßig neue Musical-Produktionen.

Das Depot 2 wird zum einen von der freien Szene bespielt, für die hiermit ein Raum für innovative Formen der darstellenden Künste mit besonderem Fokus auf Tanz und Performance entsteht, und zum anderen weiterhin vom Schauspiel Köln als rechtsrheinische Spielstätte genutzt. Somit kann der für das Stadttheater etablierte Standort mit einem breiten Programm von Klassikern bis zu neuen Formaten für das Publikum aufrechterhalten werden.

Unter einem Dach werden so künftig unterschiedliche Akteur*innen zusammenarbeiten und neue Räume für Austausch, Produktion und Aufführung schaffen. Der Spielbetrieb des Depots mit neuem Profil wird ebenfalls im November 2026 aufgenommen. Die Vorbereitungsphase und Organisation des Übergangs haben bereits begonnen.

Neustart und Nachbarschaft

Das Depot wird zu einem Ort, an dem die Vielfalt der darstellenden Künste in Köln nicht nur nebeneinander besteht, sondern bewusst miteinander in Austausch tritt. Die Verbindung von freier Szene, Stadttheater und einem starken privaten Partner schafft neue Perspektiven für Produktion, Aufführung und Publikum. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es unser Ziel, kulturelle Infrastruktur so weiterzuentwickeln, dass sie künstlerische Freiheit ermöglicht und zugleich langfristig tragfähig bleibt. Das Kooperationshaus im Depot ist dafür ein wichtiger Schritt – für die Szene, für den Standort Mülheim und für die kulturelle Zukunft unserer Stadt

, so Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur der Stadt Köln.

Mit der Neuausrichtung des Depots wird der Standort konsequent als offener Kulturort für eine vielfältige und aktive Szene der darstellenden Künste in Köln weiterentwickelt. Im Zuge des Neustarts sind gestalterische Anpassungen an der Fassade vorgesehen, die die neue Ausrichtung des Hauses sichtbar machen. Der Carlsgarten vor dem Depot-Gelände bleibt als zentraler Aufenthalts- und Begegnungsort für Publikum und Nachbarschaft bestehen und muss aufgrund von Überalterung der Containerelemente in Teilen um- und neugestaltet werden.

Unter einem Dach gemeinsam arbeiten

Gerade in kulturpolitisch herausfordernden Zeiten sind tragfähige Kooperationen zwischen Institutionen und freier Szene wichtiger denn je

, erklärt der Verein für darstellende Künste Köln.

Die Neuausrichtung des Depots zeigt, dass die von der „AG Depotopia“ entwickelten Konzepte in Teilen weiterhin Bestand haben und schrittweise umgesetzt werden. Die Beteiligung des Musicalbetreibers an diesem Haus sehen wir als Chance, Synergien zu nutzen, Ressourcen zu teilen und einem großen Publikum das Programm nahezubringen. Besonders wichtig ist uns der Einbezug der Kölner Tanz-, Theater- und Zirkusszene. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Qualität und Strahlkraft der darstellenden Künste in Köln durch dieses Haus noch präsenter werden.

Für Frank Blase, Geschäftsführer von apiro Entertainment, hat das Depot eine besondere Bedeutung:

Wir wollen mit dem Depot einen Raum schaffen, der kreative Energie freisetzt und Menschen zusammenbringt.

Auch aus Sicht der Stadt Köln stellt die Entwicklung einen wichtigen Schritt dar: Mit apiro Entertainment konnte ein erfahrener und erfolgreicher Partner für das Depot 1 gewonnen werden. Die daraus resultierenden Einnahmen tragen dazu bei, den Standort zu sichern und gleichzeitig das Depot 2 als zentralen Produktions- und Aufführungsort für die freie Szene sowie als Kooperationsort mit dem Schauspiel Köln zu erhalten.

In einer gemeinsamen Leitungsstruktur, bestehend aus einer Geschäftsführung, einer künstlerischen Leitung freie Szene sowie der Intendanz Schauspiel, entwirft das Team im Depot 2 neue Strukturen zwischen Produktionslogiken des Stadttheaters und denen der Produktionshäuser der freien Szene. Als Geschäftsführerin konnte Anna Bründl gewonnen werden. Die Theaterwissenschaftlerin und Kuratorin bringt umfangreiche Berufserfahrung im Bereich Freie Szene, Stadttheater und Kulturverwaltung mit. In einem gemeinsamen Auswahlverfahren wurde sie von Vertreter*innen der freien Szene, des Kulturamts und der Bühnen Köln für die Stelle ausgewählt und hat ihre Arbeit zum 13. April 2026 bei den Bühnen Köln aufgenommen. Für die inhaltliche Profil- und Programmentwicklung im Bereich freie Szene wird die Stelle der künstlerischen Leitung ebenfalls in einem gemeinsamen Auswahlverfahren besetzt.