Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson zieht die Konsequenzen aus der Berliner Fördergeldaffäre, berichtet der Spiegel. Die parteilose Kultursenatorin, die erst im Mai 2025 als Nachfolgerin von Joe Chialo (CDU) ins Amt gekommen war, hat beim Regierenden Bürgermeister Kai Wegner um ihre Entlassung gebeten.

2023 hatte das Land Berlin nach dem Terroranschlag der Hamas gegen Israel Millionenbeträge für Projekte gegen Antisemitismus bereitgestellt, maßgeblich auf Druck der Berliner CDU. Politiker der Regierungspartei sollen dabei Empfänger der Gelder persönlich vorgeschlagen sowie die fachlich zuständige Berliner Kulturverwaltung beeinflusst haben, wie im November 2025 bekannt wurde. Seit März 2026 prüft ein Untersuchungsausschuss die Vorwürfe.

Erst vor wenigen Tagen wurde der Staatssekretär für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Oliver Friederici (CDU), im Zuge der Aufarbeitung der Vorgänge entlassen. Diese Entscheidung des Senats zog Kritik nach sich, weil Friederici nach Medieninformationen hausintern auf der Regelkonformität der Fördermittelvergabe bestanden hatte.

Zuletzt erhob der Rechnungshof schwere Vorwürfe und schätzte in einem Gutachten das Zuwendungsverfahren für die Fördergelder gegen Antisemitismus als „evident rechtswidrig“ ein. Wedl-Wilson hatte die Mittel freigegeben, nachdem CDU-Abgeordnete zuvor auf eine rasche Förderung der von der Fraktion benannten Projekte gedrängt habe sollen.

(spiegel.de / rbb.de / chr)